Auf Initiative von Helga Matthey, Wirtin vom Gasthof Alt Ischlerbräu, hat Bad Ischl wieder sein eigenes Bier!
Der Gasthof Alt Ischlerbräu und sein Bier:
1667 wird unser Haus als Salzlager der Salzschiffer mit Schenke erstmals urkundlich erwähnt. Von hier wie von anderen Lagern aus wurde damals das „weiße Gold“ aus dem Salzkammergut nicht nur in alle Teile der heutigen Republik Österreich, sondern auch nach Böhmen, Ungarn und woandershin geliefert. 1820/21 versuchte sich Dr. Josef Götz mit Solebädern an erkrankten Salinenarbeitern. Der Wiener Arzt Dr. Wirer war davon so angetan, dass er 1822 die ersten Kurgäste aus der Hauptstadt nach Ischl schickte, wo sie sich mit Erfolg der neuartigen Kur unterzogen.
Mit dem stetig wachsenden Zustrom von Heilungssuchenden samt Begleitung entstand ein großer Bedarf an Fremdenquartieren. Etliche Salzfertigerhäuser wurden dementsprechend adaptiert, so auch unser Haus in der Kaltenbachstraße – hier entstand 1860 eine Brauerei mit Bierkeller, wo das legendäre Ischler Bier reifte, welches auch in die weitere Umgebung ausgeliefert wurde.
Bis 1906 konnte das kleine Unternehmen der Konkurrenz der Großbrauereien standhalten, dann wurden die Räumlichkeiten in eine Gaststätte umgewandelt, die sich besonders in bürgerlichen und Arbeiterkreisen großer Beliebtheit erfreute – der Name: Alt-Ischler-Bräu.
Unter diesem Namen erlebte das Haus nach 1945 seine Wiederauferstehung, viele Besitzer sind seit damals im Grundbuch eingetragen. Seit 1964 wird es als Familienbetrieb geführt und befindet sich seit 1997 in zweiter Generation im Besitz der derzeitigen Wirtin Helga Matthey.
2001 legt sie das mittlerweile zugeschüttete Kellergewölbe frei und errichtet darin einen Mittelalterkeller mit Ritteressen.
2009 kommt die Idee auf, das Ischler Bier neu entstehen zu lassen - häufige Fragen wegen des Wörtchens "Bräu" im Namen Alt-Ischlerbräu sind der Zünder. Alte Werbetafeln aus Blech sind das Vorbild für das Logo, das exakt übernommen wird.
In erhaltenen Unterlagen finden sich die Rezepte von damals, die unter Einhaltung aktueller Reinheitsgebote von der Brauerei Kaltenhausen umgesetzt werden.
So entsteht ein würziges, bernsteinfarbenes Bier mit 4,1 % Alkoholgehalt, am Gaumen wuchtig und dicht mit aromatischem Nachtrunk. Ausgeschenkt wird es ausschließlich in den dekorativen Krügen (Halbe und Seidel).
Wie bisher wird es im Bräu aber auch weiterhin das beliebte Zipfer Bier geben.
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