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Otto Schenk - Die Sternstunden des Josef Bieder

Revue für einen Theaterrequisiteur von Eberhard Streul und Otto Schenk.

23. bis 25. August - Lehártheater

Im Dienstplan des Theaters steht heute ein Schließtag - dennoch steht der alte Requisiteur Josef Bieder einem vollen Zuschauerraum gegenüber. So beginnt er, sich mit dem Publikum auseinanderzusetzen, erzählt, was er am Theater erlebt hat und weiß natürlich alles viel besser als die anderen ... Otto Schenk hat sich zusammen mit Autor Eberhard Streul das Stück auf den Leib geschrieben. "Ein bisschen autobiographisch ist es schon", meint er. "Ich habe einfach aus meinem Leben geplaudert. So kommt es, dass der Bieder keine einzige Anekdote erzählt, die ich nicht selbst erlebt hätte. Ich wollte mir eine Figur erfinden, die nach außen transportiert, was auch in mir selbst ist. Zum Beispiel teile ich mit Josef Bieder sein durchaus zwiespältiges Verhältnis zum Schauspiel und seine Hassliebe zum Ballett".

Otto Schenk, der geniale Komiker, weiß genau, "wo ein komischer Mensch lächerlich und ein lächerlicher Mensch tragisch wird". Möglicherweise liegt ihm deshalb so viel an dem schrulligen Requisiteur. "Ich bin der Rolle sehr verfallen", sagt er.

Otto Schenk wurde am 12.6.1930 in Wien geboren. Nach der Matura studierte er in Wien am Max Reinhardt Seminar und bis zur 1. Staatsprüfung Jura an der Wiener Universität. Seine Theaterkarriere begann er als Schauspieler am Wiener Volkstheater und am Theater in der Josefstadt. 1953 machte er erstmals als Regisseur an einem Wiener Kellertheater auf sich aufmerksam.

Sein Debüt als Opernregisseur gab er 1957 am Salzburger Landestheater mit Mozarts "Zauberflöte". In diese Zeit fiel auch der Beginn seiner Fernseharbeit. Der Durchbruch in die internationale Spitzenklasse der Opernregisseure gelang ihm 1962 mit der Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" an der Wiener Staatsoper und ebenfalls 1962 inszenierte Schenk mit großem Erfolg bei den Wiener Festwochen Gottfried von Einems "Dantons Tod" und "Die Zauberflöte" bei den Salzburger Festspielen.

1970 gelang ihm eine umjubelte "Fidelio"-Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Karl Böhm an der Metropolitan Opera in New York. Auch an anderen führenden Opernhäusern der Welt, u.a. an der Mailänder Scala und der Covent Garden Opera London, hatte Otto Schenk erfolgreich inszeniert. In Deutschland war er vor allem an den Opernhäusern München, Hamburg, Berlin und Stuttgart tätig. Von Oktober 1988 bis August 1997 war Schenk Direktor der Theaters in der Josefstadt, der Kammerspiele und des Rabenhof. In seiner Direktionszeit gelang ihm, sein Theater zum bestausgelasteten deutschsprachige Theater zu machen.

Aber auch Film, Fernsehen und zahlreiche Bühnen versuchten immer das Multitalent für sich zu gewinnen. Schenks Inszenierungen und Auftritte am Wiener Burgtheater oder bei den Salzburger Festspielen waren stets Garanten für höchstes Niveau. In Wien steht Otto Schenk sowohl im Theater in der Josefstadt und in den Kammerspielen,wie auch im Akademietheater mehrmals pro Woche auf der Bühne.

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