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Die Geschichte der Ischler Heimatkrippe

Den Grundstock zu Ischler Heimatkrippe legte um 1838 der Ischler Salinenbeamte Franz Oberleitner, der den Bau einer großen Weihnachtskrippe gelobte, wenn seiner bis dahin kinderlosen Ehe Kindersegen beschert werden würde. Nach der geglückten Geburt seines Sohnes im Jahr 1838 begann er unverzüglich mit dem Bau seiner Votivkrippe. Stall, Heilige Familie und Hirten bezog er aus Ebensee und allmählich erweiterte er seine Krippe, bis sie in ihrem Endzustand rund 300 Figuren umfaßte.

Bis zum Jahr 1888, Oberleitner nun 84 Jahre alt geworden, stellte er die Riesenkrippe alljährlich zur Weihnachtszeit auf und zeigte sie den vielen Besuchern. 1889 ging es dem alten Krippenvater schon sehr schlecht, außerdem konnte die große schöne Krippe auch aus Raumnot nicht mehr aufgestellt werden. Oberleitner verkaufte die Krippe an den Kaufmann Johann Kalß in Reiterndorf bei Ischl, der sie schon lange erwerben wollte.

Kalß, ebenfalls ein begeisterter Krippenvater, wollte als Ergänzung bewegliche Figuren haben und systematisch ging er an den Umbau der Krippe. Die Kalß-Krippe, wie sie nun genannt wurde, war bald die große Sehenswürdigkeit von Ischl.

Die Hauptfiguren und jene im Vordergrund waren bis zu 30 cm groß, die hinteren nach der Perspektive etwas kleiner. Neben der Darstellung der Geburt des Herren gab es sogenannte Vorstellungen, wie „Die Herbergssuche“, „Das Opfer der Hirten“, „Die Heiligen 3 Könige“, „Das Haus Nazareth“, „Die Hochzeit zu Kanaa“ und andere. Die Heilige Familie und die morgenländisch gekleidet, alle anderen Figuren aber ganz genau und sehr originell in der Salzkammergut-Tracht.
1914 verstarb der Kaufmann Kalß. Sein Sohn, der Bäckermeister Johann Kalß, der sich in Frankenburg niedergelassen hatte, erhielt die Krippe als Erbgut. Er stellte sie nun ebenfalls alljährlich zur Weihnachtszeit zur Freude vieler Besucher in seinem Frankenburger Geschäftshaus auf. Die Krippe, die einen Länge von mehr als sechs Meter und eine Tiefe von mehr als zwei Meter hatte, wurde als Frankenburger Riesenkrippe weitum bekannt. Als Johann Kalß 1950 verstarb, übernahm seine Tochter Elise, verwitwete Ritter, das große Erbe. Dem Wunsch ihres verstorbenen Vaters folgend, verkaufte sie 1952 die Krippe an den Ischler Heimatverein. Die Ischler Krippe war wieder heimgekehrt. Kustos Dusch vom Heimatmuseum Bad Ischl, ein Meister im Krippenbau baute die Krippe im Leharhaus, in der ehemaligen Küche des Komponisten, neu auf.
(Aus Franz Neudorfer „Um d’Weihnachten“, OÖ. Landesverlag 1985)

Die Übersiedlung der Krippe ins Museum der Stadt Bad Ischl erfolgte im Jahre 1985, unter Mithilfe des Heimatvereins Bad Ischl. 1993 wurde die Krippe mit Licht und Ton ausgestattet. Der Sprecher erzählt ihre Geschichte und Lichtkegel lenken den Blick auf Ausschnitte und Gruppen, von denen gerade berichtet wird.

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