English Deutsch
  • Home
  • Kontakt


Der Boder Jogal und seine Frau Gertrud

Der Båder (=Arzt) Jågerl (mundartl.für Jakob) ist eine Groteskfigur in der Kleidung eines Soldaten um die Mitte des 18. Jhd. mit Dreispitz und gepudertem Zopf.

Ein Verkündzettel aus dem Jahre 1872, der anlässlich der Vermählung des Jågerls mit seiner Frau Gertraud asl Flugblatt herausgegeben wurde, berichtet darüber, dass er bzw. nur sein Kopf, daher Båder-Jågerl-Kopf benannt, 1742 von einem Bildhauer in Passau geschnitzt wurde. Zwei Töchter des Ischler Bürgers Dogmayr, die in Passau zu Besuch waren, fanden so viel Gefallen an diesem Kopf, dass sie ihn in ihre Heimat mitnahmen. Zu seiner ersten Ehe entschloss sich der Jåger 1773, aber 1809 raubten die Franzosen seien Frau und nahmen sie in ihrer Heimat mit. Er musste auch , ehe er nur im „Gries“ wohnen wollte, zum Kaufmann Martin Kogler übersiedeln. 1876 schließlich wurde dem schon griesgrämig gewordenen Jågerl die Jungfer Gertraud Grinsmayr angetraut, die von Josef Eisl, vulga „Wagner-Sepl“, Bildhauer im Eglmoos nr. 24, als Vorbild aller Jungfrauen angefertigt wurde. Bekannt ist die Rolle des „Båders“ im Volksbrauch als Quacksalber und Wundertäter, häufig in der Rolle eines Medizinmannes in der Ethnologie. Der Båder-Jågerl hatte auch gewisse Funktionen bie der Geburt eines Stammhalters im Ortsteil Gries der Stadt Bad Ischl. Die Figuren gehören zwar dem 19. Jhd. an, aber die dahinter wirksamen Vorstellungen sind um vieles älter.